1997: NICHT JEDE RÖHRE FÜHRT ZU EINEM BRUNNEN DER ERKENNTNIS

Bei der Plakette 1997 verband Flavia Travaglini zwei Themen, die im Aarestädtchen 1996
ordentlich für Gesprächsstoff gesorgt hatten: zum einen das neu renovierte Schulhaustürmchen,
zum andern das Ansinnen, den Brunnen bei der Kirche zu entfernen. Zusammenfassen
lässt sich die Geschichte rund ums Schulhaustürmchen wie folgt: Im Zuge der Sanierung des
Schulhauses wurde auch das Türmchen einer intensiven Renovation unterzogen. Monatelang
war dieses Wahrzeichen verhüllt, und ganz Büren wartete gespannt auf das Resultat. Zum
Vorschein kam schliesslich ein Hochglanzturm, dessen Aufmöblierung die budgetierten Kosten
(rund 40‘000.- Franken) um ein Mehrfaches übertroffen hatte. Im Gegenzug zeigte sich
der Gemeinderat bei anderen Objekten von seiner knausrigsten Seite. Der Brunnen bei der
Kirche wäre beinahe entfernt worden, weil man sich die Wasserkosten (pro Jahr rund 800
Franken) sparen wollte. Erst eine gehörige Opposition im Städtchen rettete dem Brunnen sein
Gnadendasein.
Die Plakette nimmt sich der Ereignisse an und zeigt einmal mehr einen verblüffend einfachen
Weg zur Lösung des Problems. Dargestellt wird eine Rohrverbindung vom Schulhausdach
zum Brunnen; so käme dieser nämlich gratis zu Wasser. Das Sujet hat natürlich einen tieferen
Sinn: Die Verbindung der Schule mit dem Brunnen bringt zum Ausdruck, dass die Schule helfen
soll, den Menschen beizubringen, auf unkonventionelle Weise Probleme zu lösen. Zudem
wird daran erinnert, dass sowohl die Schule wie der Brunnen Leben bedeuten. Statt toter Materie
würde man besser daran tun, Leben zu erhalten. Die Röhre mit dem Drachenkopf und
den Zähnen soll entsprechend ein bisschen imponieren und sich für die besagten Gedanken
den nötigen Respekt verschaffen.