Büre NöijohrSeit ~1530 · Erste Fasnacht der Schweiz

Geschichte

Fünfhundert Jahre Büre Nöijohr.

Eine fast 500-jährige Tradition und die erste Fasnacht der Schweiz. Jahr für Jahr feiern wir am 1. und 2. Januar den Auftakt in ein neues Jahr — mit Chesslete, Umzug, Guggenmusik und vielen lebendigen Bräuchen.

Ursprünge und historische Wurzeln

In Büren gab es bereits vor der Reformation mit ziemlicher Sicherheit eine Fasnacht. Gleichzeitig war Büren — insbesondere Oberbüren — ein bekannter Wallfahrtsort mit einem wundertätigen Marienbild. Tot geborene Kinder wurden dort für kurze Zeit wiederbelebt und getauft, damit ihre Seelen nicht im limbus puerorum verharren mussten. Diese religiösen Vorstellungen und Bräuche prägten die Region über Jahrhunderte.

Mit der Reformation wandelten sich Glaubenspraxis und Volksbräuche. Vieles verschwand, anderes wurde umgedeutet oder in neue Formen überführt. Das Büre Nöijohr entwickelte sich in diesem Spannungsfeld weiter und hat über die Jahrhunderte immer wieder sein Gesicht verändert — die Freude am gemeinsamen Feiern ist aber geblieben.

Chesslete, Umzug und Nimmerselig

Zum Büre Nöijohr gehören mehrere feste Bestandteile — alle Bräuche im Überblick:

  • Chesslete: In aller Frühe ziehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Schellen, Pfeifen und Trommeln durch die Gassen — ein lauter, fröhlicher Weckruf für das neue Jahr.
  • Umzug: Der kostümierte Umzug der „jungen Knaben" und später der ganzen Bevölkerung ist ein zentrales Element des Büre Nöijohr. Bunte Sujets, aktuelle Themen und viel Kreativität prägen die Strassen.
  • Nimmerselig: Am 2. Januar wird auf dem Marktplatz die Figur des Nimmerselig verbrannt — symbolisch für den Winter, das Alte und Schwere, das wir hinter sich lassen wollen.

Hintergrund zur jährlichen Plakette, zu den Schnitzelbänken und zu allen Beizen, Wagen & Zünften findest du im Bräuche-Bereich.

Die Rolle der Türmliwilerzunft

Die Türmliwilerzunft Büren trägt heute einen wesentlichen Teil zur Organisation und Weiterentwicklung des Büre Nöijohr bei: vom Jahresmotto über den Umzug, die Plakette und das Rahmenprogramm bis hin zur Pflege der Tradition und der Zusammenarbeit mit Vereinen, Gastronomie und Behörden.

Trotz aller Veränderungen bleibt der Kern gleich: Das Büre Nöijohr gehört der Bevölkerung von Büren an der Aare — und allen, die mit uns feiern möchten.

Die Türmliwilerzunft

Am 3. März 1978, am Namenstag der Kunigunde, trafen sich 32 interessierte Personen — darunter Fred Steiner als Vertreter der Vereinigung für Heimatpflege — im Restaurant Löwen, um die Türmliwilerzunft ins Leben zu rufen. Als Gründungspräsident amtete Max Gribi.

Als Zweck des Vereins wurde die Erhaltung, Pflege und Förderung der traditionellen Fasnachtsbräuche am Neujahrs- und Bärzelistag sowie die Pflege der Geselligkeit beschlossen. Man beschränkte sich auf einen Dreierzunftrat mit Zunftmeister, Säckelmeister und Zunftschreiber. Die Mitgliederzahl hat sich bei rund 80 Personen stabilisiert.

Max Gribi schenkte der jungen Zunft ein Buch, in welchem alle wichtigen Stationen des Vereins festgehalten werden. Der erste Eintrag ist von Ernst Rätz:

„Man hat am Tag der Kunigunden sich hier im Löien eingefunden und fand, als man beraten tat, dies sei der Tag der guten Tat. Man hat beschlossen in der Tat, dass man die guten Taten tat. So ward am Tag der Kunigunden die Türmliwilerzunft erfunden."

Zunftrat seit 1978

Eine Übersicht der wichtigsten Ämter und ihrer Träger:

Zunftmeister

  • 1978 – 1987: Gerhard Schneider
  • 1987 – 1991: Hanspeter Steffen
  • 1991 – 1993: Otto Hirter
  • 1993 – : René Kocher
  • dann: Franziska Geisser
  • dann: Mischa Nydegger
  • heute: Jürg Sutter

Zunftschreiber

  • 1978 – 1984: Roland Freiburghaus
  • 1984 – 1987: Monika Stotzer-Mathys
  • 1987 – 1993: Marianne Folly-Kocher
  • 1993 – 1996: Petra Kocher
  • 1996 – : Dominique Christen
  • dann: Martina Suter, Marvin Reinhold, Sarah Iseli
  • heute: Sabine Messner

Säckelmeister

  • 1978 – 1987: Peter Geisser
  • 1987 – 1991: Monika Stotzer-Mathys
  • 1991 – 1998: Marlies Hellstern
  • 1998 – : Manfred Montigel
  • dann: Roger Steiner
  • heute: Ivo Grossen

Im Lauf der Jahre wurden weitere Ämter eingeführt: nach René Kocher ein Vizezunftmeister (zuerst Alain Nydegger, dann Ivo Grossen) und später einZeremonienmeister (zuerst Roger Steiner, dann Jan Pauli). Die Ressortleiter (Chesslermeister, Umzugschef, Kinderfasnacht, Maskenprämierung und weitere) werden heute auf der Vorstand-Seite geführt — ohne explizite Jahresangabe, dafür mit Foto und Kontakt.

Büre Nöijohr heute

Heute verbindet das Büre Nöijohr jahrhundertealte Tradition mit modernen Elementen: Guggenmusik, Kostümprämierungen, Kinderangebote, Social Media und digitale Angebote wie die Online-Broschüre oder Fotogalerien. So bleibt der Brauch lebendig — für aktuelle und kommende Generationen.

Alle Bräuche im Überblick

Die fünf zentralen Bräuche des Büre Nöijohr haben jeweils eigene Geschichten, Abläufe und Termine:

Alle Bräuche in der Übersicht →


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